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ELEMENT OF CRIME

05.02.2010

Das Konzert am 05. Februar 2010 in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg war ruhiger und besonnener als der Auftritt im Jahre 2007 in Göttingen. Vom "Mittelpunkt der Welt" etwa, meiner Lieblingsscheibe der Combo, spielten Sven Regener und Co leider nur "Delmenhorst". So bleibt das Konzert in Göttingen das Maß aller Dinge...

 

02.03.2007

Im Herbst des Jahres 2004 habe ich Sven Regener auf der Frankfurter Buchmesse interviewen dürfen. Dort stellte er als Autor sein Buch "Herr Lehmann" vor. Kurz kamen wir dann auch auf seine Band zu sprechen. "Im nächsten Jahr veröffentlichen wir unser neues Album", erzählte das Multitalent. Doch schnell drehte sich wieder alles um das Buch und die Kinoadaption, beides konnte mich begeistern.

Im Jahre 2005 erschien folgerichtig die Platte "Mittelpunkt der Welt" und im Rahmen der gleichnamigen Tour von "Element Of Crime" lerne ich am 02.03.2007 schließlich die musikalische Seite von Regener kennen.
Die Stadthalle in Göttingen ist gut gefüllt, drei leicht angegraute Herren und ein nahezu als "Jungsporn" durchgehender Schlagzeuger treten ins Rampenlicht.

"Straßenbahn des Todes" heißt der erste Titel des Abends, der dem neuen Album entsprungen ist. Nach und nach mischen sich ältere Lieder in die Setlist. Langjährige Anhänger der melancholischen Combo, zu denen ich mich freilich nicht zählen darf, freuen sich vor allem über Nummern vom Album "Weißes Papier".
Das älteste Stück des Abends, "Murder In Your Eyes", datiert gar aus dem Jahre 1988. "Wir haben damals versucht, die Discomusik der 70ziger nachzuahmen und waren wohl etwas spät dran", berichtet Regener grinsend. Sobald der Sänger und Songschreiber etwas sagt, wird es saukomisch, den bitterbösen Sprachwitz, den seine Lieder prägen, kann er problemlos auf seine Zwischenkommentare übertragen.
"Howard Carpendale hat einmal gesagt, es gibt drei Städte, in denen er besonders gerne spielt: Paris, New York und Göttingen." Auch entliehene Sprüche wollen richtig gesetzt sein.

Musikalisch bleibt es wunderbar ausgeglichen. "Delmenhorst" etwa bringt die Menge zum Tanzen. Und sobald Regener zur Trompete greift wird es mucksmäuschenstill. Wie bei der ersten Zugabe des Abends: "Die letzte U-Bahn geht später". Dies ist eine dieser Balladen, die kaum jemanden im Saal unberührt lässt.

Die älteren Herren lassen sich nicht lumpen, gleich vier Mal bequemen sie sich anstandslos auf die Bühne zurück. "Leute fragen uns immer, wer uns inspiriert hat. Das ist Udo Lindenberg", sagt Regener. Und siehe da, der letzte Titel ist eine Nummer des Hamburgers. Noch einmal sind beim einsetzenden Trompetensolo weiße Lichter auf den Frontmann gerichtet, das Ganze erscheint einem fast zeitlos. Muss man sich jetzt etwa auch noch des Kapitels Lindenberg annehmen?

Nach genau zwei Stunden Spielzeit ist das Konzert beendet. Nun weiß ich: Regener schreibt sicherlich tolle Bücher. Aber im Herzen ist er ein Musiker. In Reihen einer begnadeten Band, die ihr Live-Handwerk perfekt beherrscht.

 

ELEMENT OF CRIME - MITTELPUNKT DER WELT


2005

Sven Regener ist ein begnadeter Autor. Sein Roman "Herr Lehmann" ist ein humoristischer Paukenschlag. Doch mit seiner Rock-Combo Element Of Crime feiert der Sänger und Multi-Instrumentalist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten große Erfolge. Ihr aktuelles Werk "Mittelpunkt der Welt" strotzt nur so vor Leben: Kummer, Schmerz, Zuversicht und Liebe im Wohlklang. "Die letzte U-Bahn geht später" etwa erzählt von einem magischen Moment. Und der wunderbare Opener "Delmenhorst" ist ein Bekenntnis zur Heimat - und nur Schelme denken an Sarah Connor. Anfang März kommen Element of Crime Nordhessen sehr nahe und gastieren im Rahmen seiner Tournee in Göttingen. Für einen Abend dürfte dann die südniedersächsische Metropole der Mittelpunkt der Welt sein.


Diese Kritik erschien in der Nordhessischen Neuen Zeitung.

 


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