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GRAHAM COXON

23.11.2004

"Ich mag Clubs wie das Hamburger Logo – ich denke, heute Abend wird es wahnsinnig werden!" So Recht mag man Graham Coxon die Worte nicht abnehmen. Vor dieser Aussage am Ende des Gespräches am 23.11.2004 hat der Engländer in aller Ruhe und sehr offen gesprochen. Der sich selbst als sensible Person bezeichnende Coxon wirkt sehr besonnen, erzählt über seine überstandene Alkoholkrankheit, sein ganz und gar nicht nachtragendes Verhältnis mit seinen ehemaligen Bandkollegen der in den neunziger Jahren sehr erfolgreichen Brit-Pop Gruppe Blur und sein ausgeprägtes Musikverständnis.

Mit seinem fünften Soloalbum "Happiness in Magazines" ist dem Gitarristen und Sänger auch der Durchbruch als Solokünstler geglückt. "Ich hatte Spaß die Songs zu schreiben, ich fühlte wie ich sie live spiele und vorstellen kann", sagt Coxon. Dabei besticht auf seiner Platte vor allem die Vielfalt, neben fetzigen Punknummern wie "Spectacular" finden auch ruhige Stücke mit Pianospur a la "All Over Me" auf seinem Longplayer Berücksichtigung. "Ich finde es anstrengend, mir Alben anzuhören, auf denen das Schlagzeug und die Gitarren immer gleich klingen. Ich bin ‚Sound-pervers', für mich ist es wichtig, dass die Musik auf dem Album unterschiedlich klingt." Dieses Unterfangen ist dem Londoner geglückt.

Coxon, dessen markante Brille mit dickem Rahmen unlängst als Markenzeichen fungiert, holt sich die Inspiration für seine Songs vor allem aus früheren Jahrzehnten: "Zuletzt war in den späten Siebzigern Chartmusik gut. Aber auch der Sound und der Groove von Musik aus den Sechzigern – das ist das Zeug, das mich glücklich macht." Ganz so schwarz möchte Coxon aber nicht sehen, auch heutzutage würde sich gerade auf seiner Insel einiges tun. "The Libertines sind eine der wichtigsten Gruppen der letzten 30 Jahre. Ich denke, für die Kinder in England sollten sie wichtiger sein als Nirvana – 'Up The Bracket' ist ein weit wichtigeres und besser klingendes Album als ‚Smells Like Teen Spirit'."

Später im Logo-Club wird aus dem ruhigen, besonnenen Coxon ein wahrer Rock'n'Roller. Auf der Bühne lassen er und seine vier Bandkollegen nichts anbrennen, agieren harmonisch mit ganz offensichtlicher Freude am Tun und spätestens bei der zweiten Zugabe "Freakin' Out", die erste Happiness-Auskopplung in England, kennt die Menge kein Halten mehr.

Die Prophezeiung von Coxon traf somit unentwegt zu.

 


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