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KINGS OF LEON

19.11.2004

"Wer weiß, vielleicht werden die mal berühmt, und wir waren bei der ersten Deutschland-Tour dabei", sagt ein Konzertbesucher an der Garderobe nach dem Konzert. Kurz und schmerzlos ging es zuvor am 26.11.2003 in der Markthalle in Hamburg zu. Kings Of Leon (wohl bemerkt ohne ein wieder in Mode gekommenes "The" vor dem Namen), das sind drei Brüder und ein Cousin, die seit Jahren zusammen Musik machen. Nicht nur, weil der Vater ein Prediger ist, und die Südstaatler volle Bärte tragen, dass gefundene Fressen für die Musikpresse. Überall war zu lesen, wie überragend ihr Erstwerk „Youth & Young Manhood“ sein soll (was es im übrigen auch uneingeschränkt ist), um so größer war meine Erwartungshaltung vor dem Konzert.

Mit dem Gitarrenkracher "Red Morning Light" bringen sie die Scharr der zumeist jugendlichen Konzertgänger sofort in Wallung, spielen daraufhin die nächsten 40 Minuten ihre Scheibe rotzig runter. Wenn man die Augen schließt, könnte man meinen, man sitzt auf der Couch zu Hause, so verblüffend gleicht die Darbietung dem Tonträger. Melodiöser Gitarrenrock, eine oft gebrauchte Umschreibung eines Musikstils, wohl aber selten so zutreffend. Erstaunlich, wie sich die Titel "Joe's Head" oder "Holy Roller Novocaine" langsam, mit zähen Bassläufen angehen, ehe Sänger Caleb Followill dermaßen anfängt rumzukreischen, dass man glauben könnte, einer seiner Brüder hätte ihm sein Spielzeug weggenommen. Ganz routiniert stolziert die Familie ohne große Show nach absolvierter Arbeit von der Bühne, ehe sie sich für einen weiteren Titel erneut der teils begeisterten Menge stellen. "We're sorry, we don't have more songs", so die Worte von Caleb Followill.

Gut, dass am 01.11.2004 nun ihr Zweitwerk mit zwölf neuen Songs erschienen ist, von dem der Titel „Pistol Of Fire“ schon in der Markthalle live vorgetragen wurde und Appetit auf mehr machte. Eher ruhiger kommen die Stücke diesmal daher, die teilweise dem Blues verschrieben sind, aber auch Southern-Rock vom Feinsten bieten, die erste Single "The Bucket" sei einmal exemplarisches genannt. Vielleicht steht jener am Anfang erwähnter Konzertgänger auch in diesem Spätherbst bei der zweiten Tournee von den Kings Of Leon an der Garderobe – das Abgeben der Jacke könnte sich diesmal bereits auszahlen.

 

"Aha Shake Heartbreak" von Kings Of Leon (Audio CD – 2004)

"Youth & Young Manhood" von Kings Of Leon (Audio CD – 2003)

 


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