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THE SHINS

08.04.2004

Ein wenig trügerisch ist die Bezeichnung schon: In der Tanzhalle St. Pauli macht die amerikanische Band "The Shins" im Rahmen ihrer ersten Deutschlandtournee am 08.04.2004 in Hamburg Station. Wobei weder "Tanz" noch "Halle" zutreffend sind: Die Halle, in Wahrheit ein kleiner, schmucker Club oberhalb der Wohlfühltemperatur mit von der Decke tropfendem Kondenswasser, ließ einen Tanz bei dem Groß an Musikfreunden auf engstem Raum wahrhaftig nicht zu. Und so wurde geschoben und gedrängelt, bis auch wirklich der letzte im Club einen gespannten Blick auf die vier Akteure werfen konnte.

Zwei Alben hat das Quartett unter dem Bandnamen "The Shins" in den letzten Jahren schon aufgenommen, aber auch zuvor machten sie bereits unter dem Namen "Flake Music" gemeinsam Musik. Das ersten Shins-Album "Oh, Inverted World" ist ein eher ruhiger Kandidat mit ganz wunderbaren Power-Pop Titeln, wie dem Zweiminütiger "Girl Inform Me" oder dem mit harmonischem Gesang startenden Ohrwurmgaranten "New Slang". Wohingegen der Nachfolger "Chutes Too Narrow" schon mehr Gas gibt, mit begnadeten 60s-Beat Stücken a la "So Says I" oder dem Titel "Turn A Square", mit antreibender Basslinie und klassisch-brillantem Gitarrensolo. Das erstaunliche an beiden Werken jedoch ist die Vielfalt, kaum ein Titel gleicht einem anderen.

Um so erfreulicher ist es, dass die Amerikaner bei ihrem Auftritt beide Alben vermengen und dabei perfekt darbieten. Leadsänger und Gitarrist James Mercer steht unüblicherweise ganz rechts auf der Bühne und lässt Keyboarder und Ansager Marty Crandall in der Mitte den Vortritt. Dabei geht der Schwung während des gut einstündigen Konzertes nie verloren. Hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen. Und sollte die Zahl der Anhänger noch weiter steigen, bitte an anderer Stelle.

 

THE SHINS - WINCING THE NIGHT AWAY


2007

Über das dritte Album der amerikanischen Indie-Combo "The Shins" lässt sich ohne Pathos sagen: Es ist ein Meisterwerk - schon wieder.
Wie die elf Stücke ineinander greifen, wie sie sich aufbauen, welche Kraft und Verspieltheit in den abwechslungsreichen Titeln steckt ist mitreißend. Die Single "Phantom Limb" ist eine melodiöse Gemeinheit. Und "Girl Sailor" ist eine dieser Balladen, die den Zuhörer sofort packen und so schnell nicht mehr loslassen. Sind "The Shins" eine Gitarren-Band? Indie-Rocker? Ja. Vor allem aber handelt es sich bei der Musik um ein Lebensgefühl.


Diese Kritik erschien in der Nordhessischen Neuen Zeitung.

 


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