AndresLehmann.de

RADIO-CHRONIK

Meine ersten "Radioerfahrungen" sammele ich - Andres Lehmann, geboren am 27.11.1979 in der wunderschönen Hansestadt Lübeck - bereits als kleiner Junge. In meinem Fritzlarer Kinderzimmer nehme ich mit einem alten Kassettenrecorder Sendungen auf - die Einschaltquote ist meine Schwester...

Ein Jahrzehnt später ist es ein ehemaliger Klassenkamerad, der mich als 21-Jährigen in das "Freie Radio Kassel" lockt. An seiner Seite darf ich erstmalig im Februar 2001 Radioluft schnuppern. Von der Atmosphäre und den Möglichkeiten bin ich sogleich angetan und wir beschließen, gemeinsam monatlich eine Comedy-Sendung zu moderieren. "Kein Thema! Unterhaltungssendung" geht am 10.03. erstmalig über den Sender. Nach vier Episoden schüttele ich das dankbare Adjutanten-Dasein ab und mache fortan Sendung auf eigene Faust - auf einem Sendeplatz, der mich knapp zwei Jahre beheimatet: Sonntags, um 23.00 Uhr beschallt die "ultimative late night comedy" die Kasseler Radiolandschaft. Rubriken wie "Stimmen und Stimmungen" - Impressionen von der Straße, vielerorts eingefangen, "Bewegende Telefonate" - irrsinnige Nachfragen bei mittelständischen Unternehmen oder die im Frankreichurlaub aufgenommene lehrreiche Rubrik "Arabisch mit Ahmad" sind ebenso Bestandteil der Sendung wie wechselnde Studiogäste und zahlreiche Anrufe von Zuhörern aus dem Umland. Zudem etablieren sich zum Entsetzen nicht weniger Besitzer von Empfangsgeräten Eigenkompositionen, der Titel "Volker Folter" debütiert im Oktober 2001, balladeske Nummern wie der Smash-Hit "Im Supermarkt", allesamt mit Studiogästen live im Studio gesungen, folgen. Mit Spezialausgaben wie der "Monopoly-Nacht" oder dem jährlichen Special "Andres Weihnachten" mit bis zu zehn Gästen im beschaulichen - aber engen - "Studio 1" gehe ich erstmalig mehrstündig auf Sendung und verlange somit den Hörfunktouristen an meiner Seite alles ab.

 

2

Als Außenreporter sammele ich früh Erfahrungen in Krisengebieten.


Im Frühjahr 2003 entschließe ich mich dazu, den Sendetermin und das Format aufzugeben und neue Wege zu gehen: Am 20.04. nehme ich Abschied vom "Letzten der Woche". An zwei Wochentagen präsentiere ich fortan abwechselnd in den Abendstunden das Musikmagazin "Andres Musikgeschehen", in dem vor allem Musikgruppen aus den Bereichen Indie-Rock und Power-Pop vorgestellt werden. In Sachen Comedy lege ich zwar eine "Kreativpause" ein, doch an verrückten und unhaltbaren Ideen soll es weiterhin nicht mangeln: Ein Kollege schaltet mich während des Paul McCartney Konzertes am 21.05.2003 live aus der AOL Arena zu - mein euphorisches, alles übertönende Geschrei aus der dritten Reihe geht in die Annalen des Freien Radios ein.

 

4

Meine Absichten haben sich seit dem Jahre 2002 nicht mehr geändert.


Im Herbst desselben Jahres verschlägt es mich im Rahmen eines Praktikums für mein Studium für ein knappes halbes Jahr in die Heimat und Geburtsstätte Lübeck. Im dortigen Lokalsender "Offener Kanal Lübeck" beginne ich ein neues Konzept zu entwickeln.

Noch als Projektname (und ehemaliger Beiname) angedacht, startet am 27.10.2003 montags um 19.05 Uhr die Sendung "Andres Radio" - an diesem Wortspiel (Eingebung im Flur meines Elternhauses) komme ich wohl mein Leben lang nicht mehr vorbei. Im Gegensatz zu vorangegangenen Formaten räume ich den Dialogen mit den Studiogästen im schmucken Digitalstudio mehr Gesprächszeit ein. Mit neuen Rubriken wie "Der Städtevergleich zwischen Kassel und Lübeck" (Punktevergabe, Beispiel: Welche Stadt hat mehr Stadttore?) und der Einbeziehung des Internets werden neue humoristisch angehauchte Beiträge geschaffen. Kurz vor Ablauf meiner Verweildauer in der Hansestadt moderiere ich am 21.02.2004 mit einem Kollegen des Offenen Kanal Lübecks "Die Lange Nacht auf 98,8". Der Offene Kanal Lübeck und das Freie Radio Kassel arbeiten hierbei erstmalig zusammen, die über sechsstündige Sendung wird in einem Zusammenschnitt auch in Kassel gesendet.

 

1

Am 03.11.2004 ging die erste Version der Website "Andres Radio 1.0" online.


Zurück in der nordhessischen Metropole, beginne ich den Sommer über mich mittwochs um 22.00 Uhr auf die zukünftigen Aufgaben einzuspielen. Denn: Der Entschluss ist gefasst, das neue Format soll künftig beide Städte "meines Herzens" beschallen. Der Startschuss lässt nicht lange auf sich warten: Am 10.11. und wenige Tage drauf als Aufzeichnung am angestammten Termin in Lübeck präsentiere ich erstmalig mein neu gekochtes Süppchen.
Jede Woche harrt fortan ein Sidekick an meiner Seite aus, dem ich im besten Falle eine freudige Reaktion auf meinen Klamauk abverlangen kann. Da die humoristisch zugespitzten Meldungen einem "Stand-Up" ähneln, wir aber im Studio sitzend moderieren, verleihe ich dieser wichtigen Neuerung den sportlichen Beinamen "Sit-Up", weitere aufgestöberte Nachrichten aus gesellschaftlichen und politischen Bereichen kommen in der Rubrik "Aufgelesen" unter.
Als Unterstützung dient von Anfang an das geschaffene Internetportal "www.andresradio.de". Am 10.09.2006 startet wenige Wochen nach Beginn der dritten Staffel der neue Webauftritt "Andres Radio 2.0" .
Seit dem 30.08.2010 befindet sich die Show in der siebten Staffel.

 

3

Diese Karikatur von Alexandra Wieja aus dem Jahre 2002 zeigt, unter welchem Erfolgsdruck ich im Radiostudio stehe.


Auch wenn mein Radiodasein noch immer ein unentgeltliches Hobby ist, einen solchen Karrieresprung hätte ich mir als kleiner Junge vor meinen Kassettenrekorder nicht träumen lassen - die Quote jedenfalls dürfte mittlerweile eine bessere sein.

 


HeimImpressumSuchhilfe