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EIN TRÜBER TAG IM AUGUST

21.08.2007

Es regnet. Schon den ganzen Tag. Wir schreiben den 21.08.2007. Von Hochsommer keine Spur, es fühlt sich an wie Oktober. Ich habe den Tag genutzt, und mein zweites Buch redigiert.
Vielleicht sollte ich demnächst ein drittes Buch schreiben, mit dem Titel:
"Klimawandel – Bitte was?"
Wobei: Im April war es so trocken - die Rasenflächen in der Umgebung meiner Mietwohnung waren braun. Und in Paris bin ich tagelang im T-Shirt rumgelaufen. Das kam mir alles vor wie ein Aprilscherz. Doch nun all der Regen; ach du lieber Himmel.

Anfang August war ich mit einem Kumpel im Urlaub in Travemünde. Einen Tag machten wir einen Abstecher nach Timmendorf. Den Tag zuvor hatte es ebenfalls geregnet. Timmendorf ist so ein wenig das Bonzen-Domizil an der Ostsee. Wir liefen einen Weg unweit des Strandes entlang und mir kam ein älterer Herr auf einem Fahrrad entgegen. Ich schaute irritiert und sagte zu Joscha:
"Das war eben Armin Stahl. Oder Müller Stahl? Nee, Müller ist doch nicht sein Vorname, oder?"
Joscha guckt mich verwundert an:
"Ich habe ihn nicht erkannt. Aber hat der nicht einen Doppelnamen?"
"Richtig! Armin Müller-Stahl, so muss es heißen."

Auch wenn sich in Timmendorf so manch' Promi rumtreibt, habe ich wirklich "den" Armin Müller-Stahl gesehen? Eben nun die Auflösung, ein flüchtiger Blick auf Spiegel-Online bringt die späte Gewissheit: In meiner geliebten Heimatstadt Lübeck wird derzeit ein Kultroman verfilmt: Die "Buddenbrooks". Und Stahl, Entschuldigung, Müller-Stahl, spielt darin eine der Hauptrollen. Er wird doch nicht etwa mit dem Fahrrad von Timmendorf aus zum Set in die Hansestadt gefahren sein?
Fahrrad gefahren wäre ich heute auch gerne. Aber es hat nur geregnet. Und die zehn Minuten, in denen es nicht geschüttet hat, habe ich telefoniert.
Eben schaute ich kurz Arte. Es lief eine Dokumentation über "Woodstock", quasi die Generation nach "Buddenbrooks". Ich sah den jungen Joe Cocker. Hätte ihm damals jemand erzählt, dass er im Jahre 2006 in der bestuhlten Kasseler Stadthalle auftritt, was hätte er wohl gelallt, äh gesagt?
Ich habe abgeschaltet, alles zu deprimierend.

Es gießt. Immer noch. Morgen spielt Deutschland im neuen "Wembley Stadium" gegen England. In London regnet es sowieso.
Mein zweites Buch erscheint übrigens im Spätherbst diesen Jahres. Das passende Wetter war schon heute.
Eben habe ich noch mal kurz in Arte reingeschaut. Festivalgänger liefen nackt rum - und fanden es ganz toll - dass es regnet.

 


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